13. - Interessante Gedanken zum Thema "zu teuer" - hier in der Branche für Virtuelle Assistenz
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Thema:
-----> Interessante Gedanken zum thema "zu teuer"
-----> hier in der Branche für Virtuelle Assistenz
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Ich habe mir kürzlich einen kostenlosen Step-by-step Guide einer anderen VA-Coaching-Anbieterin heruntergeladen.
Unter anderem ging es darin um das Thema Preise. Und was lese ich da ?
Zitat:
-----> „Meine Empfehlung ist es, niemals unter 30 € anzufangen."
30 €.
Ich musste kurz schlucken.
Versteh mich nicht falsch, ich möchte diese Frau nicht persönlich angreifen, aber ich kann das nicht einfach unkommentiert stehen lassen, weil ich sowas eben schon so oft gelesen habe und ich weiß, was solche Preise im echten Leben bedeuten.
Also lasst uns mal ganz nüchtern rechnen.
Als Selbstständige bekommst du keinen Urlaubstag bezahlt.
Keinen Krankentag.
Kein Weihnachtsgeld.
Und nicht jede Stunde deiner Arbeitszeit ist fakturierbar – du akquirierst, du netzwerkst, du bildest dich weiter, du machst Buchhaltung.
Realistisch fakturierbar sind etwa 100 bis 120 Stunden im Monat.
Nicht 160.
Rechnen wir also mit 120 Stunden mal 30 €.
Das macht 3.600 € Umsatz im Monat – brutto.
Davon gehen ab:
Einkommensteuer: ca. 30 % → 1.080 €
Krankenversicherung: ca. 450 €
Tools
Buchhaltung
Weiterbildung: ca. 200 €
-----> Was bleibt ?
a. 1.296 € netto.
Im Monat.
Für Vollzeitarbeit.
Ohne einen einzigen freien Tag.
Ohne Rente.
Ohne Rücklagen.
-----> Und jetzt sag mir:
Ist das wirklich das Leben, das du dir vorstellst, wenn du von einem freien und selbstbestimmten Leben als Virtuelle Assistentin träumst ?
Abgesehen davon:
Eine pauschale Stundensatz-Empfehlung – egal welche Zahl dabei steht – ist meiner Meinung nach schlicht falsch.
Dein Stundensatz hängt davon ab, wo du lebst, was du anbietest, welche Nische du bedienst, wie viel Erfahrung du mitbringst, wie deine Fixkosten aussehen und was du am Ende des Monats wirklich zum Leben brauchst.
30 € als Einstieg zu empfehlen bedeutet nicht, Frauen einen fairen Start zu ermöglichen.
Es bedeutet, sie direkt in die Armutsfalle zu schicken.
Und noch ein Hinweis für alle, die jetzt denken: „Ich mache das doch erstmal nebenberuflich – da ist das doch egal !"
Nein. Ist es nicht.
Denn was du jetzt ansetzt, ist das, was du dir selbst wert bist.
Wer mit 30 € startet, hat es später doppelt so schwer, seinen Preis zu erhöhen.
Kunden gewöhnen sich.
Du gewöhnst dich.
Und plötzlich ist aus „erstmal nebenberuflich" ein Vollzeit-Job für Teilzeit-Geld geworden.
----> Mein Rat:
Setz dich hin und rechne.
Was brauchst du wirklich, um gut zu leben ?
Was sind deine monatlichen Fixkosten – privat und geschäftlich ?
Was willst du für Urlaub, Rente, Rücklagen zurücklegen ?
Und dann addiere einen ordentlichen Puffer drauf.
Denn du bist nicht billig.
Du bist wertvoll.
Und dein Preis darf und soll das zeigen.
Was ist dein aktueller Stundensatz und fühlt er sich richtig an ?
Denke darüber in aller Ruhe immer mal wieder nach.
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